Kommentar: Ran an die Zielgruppe

April 17th, 2007 14:40 von Redaktion in Campus

Von TOBIAS THIER

Das Prinzip der Podcasts ist im Grunde relativ simpel und unspektakulär: Audiodateien im Internet. Doch nichtsdestotrotz schaffen Podcasts einen echten Mehrwert für Studenten: Egal ob man eine Vorlesung nacharbeiten möchte, das Gelernte vor einer Prüfung noch einmal rekapitulieren will oder an einer Vorlesung nicht teilnehmen konnte, sie sind eine sinnvolle Nutzung neuer Medien um genau solche Lücken effektiv zu schließen. Die Kosten sind eher marginal; der obligatorische Laptop der Dozenten ist in den Vorlesungen ohnehin mit von der Partie und Mikrofone kosten auch nicht die Welt. Entsprechende Software zum Aufnehmen und publizieren der Podcasts ist praktisch kostenlos zu haben.

Man kann nur hoffen, dass die ersten Erfolge, die sicherlich nicht ohne studentisches Engagement zustande gekommen wären, aufgegriffen werden und das Projekt nicht nur in jetziger Form weitergeführt, sondern auf eine breitere Basis gestellt wird. Es kann sogar zu einem wesentlichen Herausstellungsmerkmal für unseren Hochschulstandort werden, der hier in Deutschland mit einem mutigeren und breit gefächerten Podcasting-Angebot neue Maßstäbe setzen könnte.

Allerdings muss sorgsam zwischen propietären und offenen Standards abgewogen werden. Apple bietet sicherlich einfach zu nutzende und ansprechende Lösungen an. Doch man zahlt hierfür auch einen Preis: Apple öffnet geschickt die Hintertür eines attraktiven und jungen Zielsegments. Die Übergänge zwischen didaktischem Inhalt und kommerziellem Music Store - der automatisch mit der Software iTunes den studentischen Computer erobert - sind fließend; und dürften die Umsätze sowie die Brand-Awareness etc. des Unternehmens steigern. Andere Lösungen auf offenen Standards sind möglich und finanziell sogar günstiger, aber momentan eben noch nicht so komfortabel und ausgereift wie die Produktpalette von Apple.





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