Pläne für Campelle konkretisieren sich

November 18th, 2007 00:27 von Redaktion in Campus

Von THOMAS REIßNER

„Hochschulen brauchen einen Platz der Stille, der Andacht, der Entschleunigung, aber auch der Begegnung“, so Prof. Dr. Dunckel, Rektor der Universität Flensburg zum im Sommer dieses Jahres startenden Bau einer Hochschulkapelle. Wenn alles nach Plan läuft, soll das Gebäude kommendes Wintersemester zur Verfügung stehen.
Bereits an der Pädagogischen Hochschule in Mürwik, dem Vorgänger der heutigen Uni, gab es einen Andachtsraum mit Kirchenfenstern die man nach dem Abriss der PH aufbewahrte. Schon zu dieser Zeit gab es Erwägungen, auch auf dem Campus des Sandbergs einen spirituellen Ort zu errichten. Offiziell tat die Evangelische Studierendengemeinde (ESG) ihren Wunsch nach einer Hochschulkapelle 2004 kund. Als letztendlich aufgrund von Sparmaßnahmen der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche das Gemeindehaus in der Glücksburger Straße nicht mehr zur Verfügung stand und die ESG auf ein kleines Büro im Unigebäude ausweichen musste, waren Überlegungen zum Erwerb neuer Räumlichkeiten unvermeidlich. Die ESG nutzte das Gemeindehaus als zentralen Treffpunkt für ihre Veranstaltungen. Da das ESG-Büro im Unigebäude nur wenigen Personen Platz bietet, weicht die ESG derzeit auf externe Räumlichkeiten aus.
Somit wuchs der Wunsch nach neuen, eigenen und vor allem größeren Räumlichkeiten. Die Pastorin der ESG, Frau Borrmann, und Universitätsrektor Prof. Dr. Dunckel sind wichtige Förderer dieses Projekts, doch auch Wirtschaft, Stadt und Politik - darunter Oberbürgermeister Tscheuschner und der königlich-dänische Generalkonsul Dr. Becker-Christensen - wünschen sich allesamt einen Ort geistlicher Dimension.
Neben der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche unter der Schirmherrschaft von Bischof Dr. Knuth engagiert sich auch der römisch-katholische Weihbischof Dr. Jaschke des Erzbistums Hamburg. Obwohl der bis zu 300.000 Euro teure Bau ursprünglich ausschließlich durch Spenden finanziert werden sollte, konnten die beiden erreichen, dass 110.000 Euro aus kirchensteuerlichen Mitteln verwendet werden. Die Campelle soll also nicht nur ein Ort der Lutheraner, sondern ebenso der katholischen Diaspora sein. Hausrecht in dem Gebäude werden beide Kirchen haben. Unterhalten wird die fertige Campelle vom Land Schleswig-Holstein, da sie eine Hochschuleinrichtung sein wird. Völlig sichergestellt ist die Baufinanzierung allerdings noch immer nicht, weswegen weiterhin die Spendenwerbetrommel gerührt wird. Am 02. Mai findet auf dem Campus ein Benefizmusical statt. Der Initiativkreis der Campelle hofft auf weitere Einnahmen. Erfahrung haben die Initiatoren in diesem Bereich schon gesammelt: im Winter letzten Jahres veranstalteten sie erfolgreich ein Pianokonzert.
Die Campelle soll nach dem Willen der Förderer das geistliche Zentrum am Campus sein. So wird es nicht nur einen 60 Quadratmeter großen Andachtsraum für regelmäßig stattfindende Gottesdienste, sondern auch Büros und eine Küche geben. Durch ihre unmittelbare Lage neben der lauten Mensa soll die Campelle als Ort der Ruhe einen starken Kontrast bilden und den Campus auf diese Weise sinnvoll ergänzen. Die ESG möchte dort ihre Veranstaltungen, darunter den Club International, abhalten. Zugleich können Studenten zwischen den Vorlesungen den Andachtsraum aufsuchen, um in Ruhe über Gott und die Welt nachzudenken oder einfach nur eine Zeit lang dem leistungsorientierten Alltag zu entgehen.

Hintergrund
Die ESG Flensburg wurde 1962 vom Dozenten für Religionswissenschaften und Philosophie der damaligen Pädagogischen Hochschule Prof. Dr. Hans Besch gegründet. Derzeit wird sie vertreten durch den Gemeinderat und die Pastorin Maike Borrmann. Die ESG will Kirche sein im Raum der Hochschulen und ist ökumenisch.





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