Kommentar: Wir sind Nobelpreis
Dezember 14th, 2007 15:20 von Redaktion in CampusVon TIMO ESSNER
Naja, zugegeben: Der Spruch ist mittlerweile über alle Maßen ausgelutscht. Und auch nicht ganz richtig: Letztlich ist der Teil-Friedensnobelpreis das Ergebnis einer großangelegten, internationalen wissenschaftlichen Zusammenarbeit.
Daß Flensburg als Bildungsstandort über die eine oder andere Ecke dazu beitragen konnte, das Bewußtsein um Umwelt und Klimawandel in der Bevölkerung allgemein zu stärken, mag manchen erstaunen.Aber ist es nicht der Beweis dafür, daß Bildung und Lebensqualität langfristig in direktem Zusammenhang stehen und selbst eine (vergleichsweise) kleine Universität wichtige Forschungsergebnisse liefern kann?
Für mich ist es ein Argument gegen Bildungsabbau und –liberalisierung; war doch der Hauptkritikpunkt an der (vor allem bei weniger betuchten Studenten) allgemein gefürchteten Studiengebühr der Verlust potentieller Nobelpreisträger und die Studiengebühr als staatliche Maßnahme zum Erhalt der Bildungsstandorte in Zeiten leerer Kassen gedacht, um die Hohmeyers von morgen weiterhin fördern zu können.
Glücklicherweise steigt die deutsche Konjunktur laut Statistischem Bundesamt seit Ende 2004 mehr oder weniger stetig – also dürfen wir vielleicht doch noch Hoffnung tragen, in absehbarer Zeit wieder die nötige staatliche Bildungsförderung genießen und große Denker ausbilden zu können – Mutter Natur würd’s uns danken und ich könnte dann bald mal wieder schreiben: Wir sind Nobelpreis!


