Uni-AStA:Einer für alle - alle für einen!

Mai 28th, 2008 18:53 von Redaktion in • Universität

Von STEFAN GODAU

„AStA? - Was n das?“ werdet Ihr Euch sicherlich so manches Mal gefragt haben, wenn Ihr hier so an der Uni rumspaziert. Den meisten von Euch ist der AStA (heißt übrigens Allgemeiner Studierendenausschuss) höchstens mal bei der Erstsemesterbegrüßung in der Campushalle und als Verkaufsstelle von Kopierkarten und Folien gegenübergetreten. Der AStA macht allerdings auch noch sehr viel mehr als das, wenn Ihr das denn wollt, und das soll Euch dieser Artikel verdeutlichen und dazu aufzurufen, sich einzubringen und die Uni aktiv mitzugestalten.

Geschichte der Studierendenvertretungen
Im Gefolge der „68er-Bewegung“ gab es auch an den Unis und FHs der BRD ziemlich weitreichende Reformen: Schluss sollte sein mit dem „Muff von tausend Jahren unter den Talaren“, also damit, dass Professoren und Rektoren bestimmen, was an den Hochschulen wie und wann gelehrt wird und wer an der Uni bestimmt. Auch die Studierenden wollten Einfluss auf die Geschehnisse an der Hochschule haben und deshalb wurde erkämpft, dass sie nicht nur in den Gremien der Universität wie Senat, Konsistorium etc. vertreten sind, sondern sich auch eigene Organe wie Fachschaften, Studierendenparlament und eben auch den AStA, der von diesem gewählt wird und quasi die „Regierung“ der Studierenden darstellt, schaffen.

Und wozu das Ganze?
Die Forderungen der Studierenden von 1968 sind so aktuell wie nie: Einfluss und Mitspracherechte von Studierenden auf allen Ebenen, seien es ganz praktische Dinge des Uni-Alltags wie die (viel zu kurzen) Öffnungszeiten der Bibliothek, die schlechte Kopiersituation, aber auch (hochschul-)politische Fragen wie die Einführung von Studiengebühren, die (unrechtmäßige) Praxis der Erhebung von Einschreibgebühren für Erstsemester etc…All diese Probleme des Studierendenlebens benötigen starke studentische Interessenvertretungen, denn: um uns selber müssen wir uns selber kümmern!

Und hier in Flensburg?
In den letzten Jahren haben wir hier im AStA einiges auf die Beine gestellt, können dabei aber immer nur soviel machen, wie von Studierenden gewollt und erwünscht. Hier stichwortartig einige Beispiele:
• Proteste gegen Studiengebühren (Demos) und Austausch mit anderen Asten aus der BRD auf Kongressen, das „Campus Camp“ (Zelten gegen Gebühren), Zusammenarbeit mit der Bildungsgewerkschaft GEW und anderen
• -tudentische Kultur als Alternative zu Campusparty und MAX: Zusammenarbeit mit dem KÜHLHAUS (selbstverwaltetes Kulturzentrum am Bahnhof), Literaturzeitschrift „Vollwortkost“ etc.
• Informationsveranstaltungen und kritische Begleitung des „Bologna-Prozesses“ und der Einführung des Bachelors
Diese Liste ist unvollständig. Zu erwähnen ist sicher noch der studentische Aufenthaltsraum in Raum 053, der als Ort zum Lernen, Kickern und Klönen dienen soll; gibt es doch an der Uni sonst keine Möglichkeiten, sich mal irgendwo hinzusetzen. Als ein weiteres Projekt ist noch die „studentische Bibliothek“ zu erwähnen. Dahinter verbirgt sich eine Sammlung von Büchern aus diversen Fachbereichen, die wichtig sind für Referate, Prüfungen, Bachelor-Arbeiten etc. oder einfach „nur“ der Horizonterweiterung dienen sollen. Nicht unerwähnt bleiben sollen natürlich die Beratungsangebote zu den Themen BAföG und Soziales.

Macht mit! Bringt Euch ein!
Und was soll mir das nun alles sagen? Ich komme doch auch so ganz gut zurecht, wird sich jetzt der/die eine oder andere sagen. Nun ja, wenn man Lust hat, weiterhin „Versuchskaninchen“ zu sein und sich von den Uni-Oberen alles gefallen lassen will (z.B. die katastrophalen Bedingungen im Bachelor-Studium mit der Unsicherheit, überhaupt in den Master zu kommen), mag man gerne alles über sich ergehen lassen. Wenn man aber die Verhältnisse an der Uni nicht als gottgebendes Schicksal ansieht und einen kleinen Teil seiner Zeit investieren möchte, um sich gemeinsam mit Anderen Studium und Uni angenehm zu gestalten, dann ist das Engagement im AStA - natürlich im Rahmen der zeitlichen Möglichkeiten eines jeden/einer jeden Einzelnen - durchaus schön und gewinnbringend. Man macht Erfahrungen, die man so in der Form im Leben sicher nie wieder machen wird.

Rettet den AStA!
Sicher habt Ihr es schon mitbekommen: Die Lehramts-Studiengänge laufen nun zum nächsten Jahr aus und es werden nur noch Veranstaltungen für Bachelor/Master angeboten, was jetzt schon überwiegend so ist. Für uns Aktive im AStA bedeutet dies, dass wir fast alle die Uni verlassen werden und deshalb natürlich daran interessiert sind, dass „die Stafette weiter getragen wird“. Die neue Studienstruktur heißt auch, dass studentische Interessenvertretung  anders aussehen wird, als das in der Vergangenheit so war, und das ist auch gut so. Deshalb möchten wir in den nächsten Wochen gern zu einem Treffen aller an der AStA-Arbeit Interessierten einladen, damit der AStA nicht stirbt, DENN EINE UNI OHNE STARKE STUDENTISCHE INTERESSENVERTRETUNG IST KEINE UNI!
Also: Achtet auf Aushänge, kommt im AStA-Büro auf n Kaffee vorbei, löchert uns mit Fragen und guckt Euch alles an! Und beteiligt Euch auch an den Wahlen für das Studierendenparlament! Auch hierzu wird jede/r von Euch noch benachrichtigt werden. Sehen wir uns?





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