Locationguide - So gefiel uns das Rieve
Januar 15th, 2009 12:32 von Redaktion in Flensburg Von OLIVER SCHIMKUS
Der kleine Überfall hat beim Chef sicher einen nachdenklichen Moment ausgelöst, aber der:Locationguide der Campuszeitung ist gewöhnlich kein angemeldeter Gast in Flensburgs Gastronomien. Der Geschäftsführer ist dennoch nicht auf den Mund gefallen. Er erklärt uns, wie es dazu kommt, dass man hier von studentischer Kundschaft überzeugt ist, wo sich früher besonders vornehme Gäste ein Stelldichein gaben.
Eine wesentliche Rolle habe hier der Studiengang Energie- und Umweltmanagement gespielt, erklärt uns Chef Frank nach dem Essen. „Eure Kollegen haben sich mit 30 Leuten angemeldet und sind plötzlich mit über 100 hier aufgeschlagen!“ Er erzählt davon, dass an jenem Abend plötzlich das Wechselgeld alle war, der Tresen in nicht gespülten Gläsern unterging und er selbst, beschäftigt im Zapfmarathon, von einem Studenten noch nach Cocktails gefragt wurde. „Das ging natürlich gar nicht. Dem hab` ich schnell mal zwei Jägermeister gegeben und hinterher gefragt, ob er vielleicht nochmal hinguckt und darüber nachdenkt“, grinst Frank. Wie er weiter erzählt, seien die Studenten den ganzen Abend über bereit gewesen, die Bedienung sogar vor dem Ausschank zu bezahlen – und zwar passend. Die Studenten hätten regelrecht mit den Bedienungen zusammengearbeitet, so dass es möglich war, wirklich alle relativ schnell zu bedienen.
Natürlich hatten viele Gäste vor dem Ansturm schon ihre Getränke bekommen. Diese konnten wegen des plötzlich akuten Personalmangels nicht sofort abkassiert werden. Trotzdem habe sich mit Ausnahme eines Tisches niemand aus dem Staube gemacht ohne zu zahlen – und an diesem Tisch seien keine Studenten gewesen.
„Wir werden viele von den älteren Kunden verlieren“, weiß Frank, den wir bisher durchaus unterhaltsam finden. Die Musik sei hier nun eben manchmal lauter und die Gäste haben ein niedrigeres Durchschnittsalter. „Man kann es eben nicht jedem recht machen, wobei ein bisschen Spass auch unserem älteren Publikum nicht schaden wird.“
Der Vortrag über Studierende als gefragte Kunden ist keine Farce. Das stellen wir jedenfalls fest, während wir in die Karte sehen. Studiosi finden hier nämlich einen mit Verlaub nicht zu schlechten Getränkepreis und viele weitere vergünstigte Angebote. Von diesen profitiert man, wenn man im Besitz eines gültigen Studienausweises ist. Das Rieve ist rauch-, aber zum Glück nicht WLAN-frei und als Teil des Deutschen Hauses geografisch in Uni-Nähe. Ein 0,4l Flens vom Fass kostet Studis günstige 1,90€ Geöffnet wird außer montags täglich, und zwar um 18:00 Uhr.
Unser Gesamteindruck von Lokal, Speisen und dem Service war sehr gut. Die Gitarren an den Säulen sehen übrigens nicht wie Dekorationsstücke aus. In Zukunft wird es hier Live-Musik geben. Eine Open-Stage Night ist für Samstage geplant, auf welcher diverse Instrumente, unter anderem ein Flügel, für alle zur Verfügung stehen, die sich zu musikalischen Beiträgen berufen fühlen. Am Samstag, den 20. Dezember spielt die Band “The Andersons” im Rieve auf. Eintritt entfällt dabei wie immer, ein hoher Spaßfaktor wird garantiert. Man darf gespannt sein.


