Tarzan - Das Musical

Januar 17th, 2009 15:02 von Redaktion in Rezensionen

Von CHRISTINE FISCHER

Der Saal der Neuen Flora in Hamburg ist hell erleuchtet. Die Menschen unterhalten sich. Nichts deutet darauf hin, dass die Show gleich losgehen wird. Und dann, mit einem Mal, ein lauter Donnerschlag. In genau diesem Moment verdunkelt sich der Saal, der Vorhang hebt sich und die Stimmen der Menschen verstummen. Das Abendteuer „Dschungel“ beginnt…
Die Geschichte von Tarzan ist schnell erzählt. Seine Eltern und er selbst werden während eines Sturms auf See an einen Strand in Westafrika gespült. Als sie dort erwachen, ist die Überlebensfreude groß. Jedoch hält diese nicht lange an, denn im Dschungel werden Vater und Mutter von einem Geparden getötet. „Baby-Tarzan“ überlebt und Kala, ein Gorillaweibchen, welches gerade selber ein Kind verloren hat, findet ihn. Sie verliebt sich sofort in die kleine, schutzlose Gestalt, nimmt ihn in ihre Obhut und ist Mutterersatz für ihn, so wie er Kinderersatz für sie ist. Kerchak, der Mann Kalas und das Oberhaupt der Gorillagruppe, akzeptiert Tarzan jedoch nicht als seinen Sohn, denn er hat die böse Vermutung, dass er der Gruppe in der Zukunft Schwierigkeiten bereiten könnte. Tarzan passt sich jedoch vollkommen an seine neue Umgebung an. Er findet Freunde und genießt sein Leben im Dschungel bis er eines Tages bei einem seiner Streifzüge auf Jane, welche gerade auf Forschungsreise mit ihrem Vater ist, trifft. Tarzan ist sofort an ihr interessiert und sie an ihm. Die beiden verbringen von da an viel Zeit miteinander und erklären sich gegenseitig die Welt. Jane bringt Tarzan beispielsweise die menschliche Sprache bei, wobei dies der Hauptdarsteller Anton Zetterholm durch seinen schwedischen Akzent wahnsinnig realistisch darstellt, und Tarzan zeigt Jane, dass die Welt in der Realität schöner ist als in Büchern. Beide verlieben sich ineinander, doch nun muss Tarzan sich entscheiden: Geht er mit nach England um die Menschenwelt zu erkunden oder bleibt er in seiner Heimat dem Dschungel?
Eine einfache Geschichte, die jedoch atemberaubend in Szene gesetzt wird. Das Bühnenbild und die Effekte sind phänomenal und als Zuschauer hat man das eine oder andere Mal das Gefühl sich mitten im Dschungel zu befinden. So auch, wenn man vor lauter grandioser Dinge, die um einen herum passieren, gar nicht weiß, wo man eigentlich zuerst hingucken soll. Tarzan schwebt auf seiner Liane durch den Saal, Schmetterlinge hängen kopfüber von der Decke und Terk sucht seinen Freund zwischen den Zuschauermassen… Und kann man an einigen Stellen weinen, so kann man an anderen Stellen aus Leibeskräften lachen.
Aber was wäre ein Musical ohne Musik und Gesang? Natürlich kein Musical! Und genau damit begeistern die Darsteller. Durch einen Gesang, der unter die Haut geht und bei dem einen oder anderen Zuschauer Gänsehaut verursacht. Die Musik ist dabei vom weltberühmten Musiker Phil Collins selbst.
Alles in allem ist „Tarzan – Das Musical“ ein Bühnenwerk, welches durch Komik und Ernsthaftigkeit dem Zuschauer Themen wie Freundschaft, Familie und Liebe näher bringt. Hinzu kommt die Liebe zur Natur und die Liebe zur Heimat. Das alles in einem gelungenen Mix, gepaart mit dem beträchtlichen Gesang und den beachtlichen schauspielerischen Talenten der Darsteller, machen das Musical abenteuerlich und außergewöhnlich. Und auch wenn der Preis für eine Ticket einen abschreckt, so ist dieses Musical doch jeden einzelnen Cent wert…





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