Flensburger beim Castor 08

Januar 20th, 2009 15:11 von Redaktion in Sonstiges

Engagement gegen Atomernergie

Von JOSCHA KÖHLER

Auch in diesem Jahr sollte der uns allen wohl bekannte Castor, geladen mit hoch radioaktivem Müll aus deutschen Atomkraftwerken, von der französischen Aufbereitungsanlage La Hague nach Gorleben im Wendland rollen.
Um unseren Protest gegen die deutsche und weltweite Atompolitik kundzutun sind wir mit einem Bus aus Flensburg und Kiel ins Wendland gefahren. Wir kamen Samstagmittag, pünktlich zur Großdemonstration, in Gorleben an. Bei herrlichem Sonnenschein und mit 16.000 anderen Demonstrierenden hatten wir viel Spaß an dieser sehr friedlichen und kreativen Demo.
Nicht nur bei der abschließenden Kundgebung, sondern auch davor und danach lernten wir durch mehrere Begebenheiten das nette und eben sehr widerstandsfähige Volk der Wendländer kennen. Die dortige Bevölkerung protestiert nun schon seit Bekanntwerden der Pläne zur Errichtung eines Atommüll-Endlagers in Gorleben in den 70iger Jahren gegen diese.
Nach der Demonstration fuhren die meisten wieder zurück nach Flensburg bzw. Kiel, einige blieben aber noch, um unter anderem am Sonntag an der großen Gleisblockade teilzunehmen.
Abgesehen vom Camp in Metzingen, in dem es für alle beteiligten durchgehend warmes Essen und neueste Informationen zur derzeitigen Position des Castors gab, wurden auch zahlreiche Schlafmöglichkeiten auf den vielen Höfen bereitgestellt. Im Camp wurden auch Strategien für die Blockade geschmiedet und alte Hasen standen mit Rat und Tat zur Seite.
Am Sonntag sind wir dann mit etwa 800 Leuten von einem Treffpunkt aus in Richtung der Gleise losgezogen. Nach einigen Schulungen im Umgang mit Polizeiblockaden wussten die meisten auch, wie die erste Polizeikette zu durchbrechen war, auch wenn uns hier durch die brutal zuschlagende Polizei schon ein Vorgeschmack auf die Stimmung am Gleis geboten wurde. Dort angekommen wurden die Blockaden auch relativ schnell und kompromisslos wieder aufgelöst, so dass es im Laufe des Tages zu einem Katz- und Mausspiel zwischen den Demonstrierenden und der Polizei im Wald wurde. Dabei gelang es immer wieder einigen Gruppen auf die Gleise zu kommen, womit man die Damen und Herren in grün und vor allem in schwarz schön provozieren konnte.
Am Ende dieses Tages sind wir dann mit einigen Flensburgern zunächst ohne Probleme nach Hamburg getrampt und von da aus mit dem Zug weiter nach Hause gefahren. Andere sind noch länger geblieben und konnten somit auch noch die erfolgreichen Gleis- und Straßenblockaden am Montag miterleben, die dafür sorgten, dass der Castor so lange wie nie zuvor brauchte.





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